Habecks wundersame Selbstreinigung

Oje, lieber Robert Habeck. Gehörtest Du nicht zu den absolut glaubwürdigen Politikern, die den Bürgern mit großem Respekt begegnen? Aber jetzt bist selbst Du an Deine Grenzen geraten. Vor Deiner fatalen Äußerung auf Twitter hielt man Dich nicht nur für intellektuell und eloquent, sondern Du kamst trotz dieser Eigenschaften auch noch sympathisch rüber. Nicht ohne Grund warst Du 2018 der am meisten geladene Gast in Talkshows und die Hoffnung des deutschen Politikernachwuchses –Produkt und Produzent des allgemeinen Aufschwungs der Grünen. Doch nach Deinem Tweet hat man plötzlich den Eindruck, Dich gar nicht richtig gekannt zu haben. Ist da etwa eine Maske im Twitter-Gewitter gefallen? Ist Dein wahres Gesicht ein ganz anderes? Oder bist Du das bedauernswerte Opfer einer hysterischen Medienwelt? Weiterlesen

Die Zeit zur Selbstanalyse ist abgelaufen

Die Wahl des bayrischen Landtags hat keine wirklichen Überraschungen hervorgebracht, obgleich ihr Ergebnis, verglichen mit vergangenen, erhebliche Verschiebungen nach links und rechts aufweist. Zu den Gewinnern gehören erwartungsgemäß die AfD und ebenfalls nicht ganz überraschend die Grünen. Beide haben, trotz oder gerade wegen ihrer gegensätzlichen Grundhaltungen gut 10 und knapp 9 Prozent dazu gewonnen. Auch die Freien Wähler bekamen ein gutes Stück vom Kuchen der CSU-Verluste ab. Und selbst die FDP hat es diesmal knapp über die 5-Prozent-Hürde geschafft. Weiterlesen

Vater aller Populisten

Die „Mutter aller Probleme in Deutschland“ sei die Migration, sagt Bundesinnenminister Horst Seehofer. Dreht der hochrangigen Bundespolitiker jetzt durch? Nein, Seehofer ist kein Trump, auch wenn er sich gerne wie ein Trampel benimmt. Seehofer ist ein sehr talentierter Politiker. Das hat er schon in jüngeren Jahren bewiesen. Doch das heißt leider nicht, dass er seiner Einstellung nach ein Politiker ist, wie sich das viele Bürger und idealistische Demokraten eigentlich wünschen. Weiterlesen

Wer schreibt, der bleibt

Jogi Löw und Oliver Bierhoff haben nun endlich ihre Analyse zur verpatzten Fußballweltmeisterschaft vorgelegt. Doch danach war man genauso schlau wie vorher. Der eindrucksvollste Satz von Löw war wohl der, als er die an Arroganz grenzende Haltung des deutschen Teams selbstkritisch anmerkte. Und Bierhoff tat es ihm gleich, als er ein wenig reumütig das Wort „selbstgefällig“ benutzte. Glaubwürdig? Nein! Weiterlesen

Özils Eigentor

Leider braucht es immer erst einen Aufreger, bevor man längst notwendige Diskussionen führt. Jetzt haben wir mit dem Fall Özil einen solchen, welcher die Emotionen vieler Bürger beider Seiten in Wallung versetzt. Das hat etwas Gutes, und es hat etwas Schlechtes. Ich beginne mit dem positiven Aspekt. Weiterlesen

Von der Emergenz im Fußball lernen

Man sagt, vom Fußball könne man viel lernen. In der Tat, dem stimme ich voll und ganz zu. Und damit meine ich nicht solche Halbwahrheiten wie „der Ball ist rund“ oder „das Spiel dauert 90 Minuten“. Nein, viel mehr kann man hier sehr gut beobachten, was Teamgeist ausmacht, wie wichtig kollektive Kreativität ist, und worauf ein Teamleiter achten muss. Weiterlesen

Eine Demokratie schafft sich ab

Die Türkei hat gewählt und mit einer Mehrheit von 52,5 Prozent ihrem Präsidenten Erdogan nicht nur erneut das Regierungsmandat erteilt, sondern auch das Amt mit so viel Macht ausgestattet, dass zukünftig dauerhaft die Gewaltenteilung außer Kraft gesetzt bleibt. Besonders bitter für überzeugte deutsche Demokraten ist das Wahlverhalten vieler in Deutschland lebender Wahlberechtigter. Die entschieden sich nämlich sogar mit fast Zweidritteln für einen faktisch allein herrschenden Erdogan. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Weiterlesen

Verkehrte Welt: Der neue Kim

Was ist das denn? Gestern noch der böse diktatorische Raketen-Mann, der die ganze Welt bedroht und der in dritter Generation für eine widernatürliche Staatentrennung steht, ist plötzlich und unerwartet an einer Versöhnung der beiden koreanischen Länder interessiert und präsentiert sich geradezu sympathisch als verantwortungsvoller und offenherziger Außenpolitiker. Kann man sich denn auf gar nichts mehr verlassen? Erst verlässt Großbritannien die Allianz der guten Welt. Dann wählt unser befreundetes Amerika einen Mann zum Präsidenten, der sich so benimmt, wie man es bislang nur von durchgeknallten Staatsoberhäuptern irgendwelcher Schurkenstaaten kannte. In der Zwischenzeit entwickelt sich die Türkei zurück in eine Diktatur. Und jetzt verwandeln sich die Bösen auch noch in Gute. Weiterlesen

Die Hoffnung stirbt zuerst

Kaum hat die neue Regierung ihre Arbeit aufgenommen, schon schwindet die Hoffnung, durch eine Verjüngung des Kabinetts würden neue Maßnahmen, die besser geeignet sind, die Probleme unserer Zeit zu lösen, in Deutschlands Politik einkehren. Was man vom aufgewerteten Nachwuchs zum Teil gleich zu Anfang serviert bekommt, ist keinen Deut besser als das ihrer älteren Vorgänger. Eher trifft das Gegenteil zu. Weiterlesen

Gift für die offene Gesellschaft

Den Wert der Dinge, die man genießt, erkennt man typischerweise häufig erst bei deren Verlust. So ergeht es mir derzeit mit den Selbsterhaltungskräften der Demokratie. Und wahrscheinlich stehe ich damit nicht alleine. Gewiss, Aufmerksamkeit war schon immer angebracht und gehörte zur Pflicht eines jeden Demokraten. Doch im Allgemeinen herrschte bei den meisten Menschen in der Welt der offenen Gesellschaft die Überzeugung vor, dass es dort klare ethische Grenzen gibt und das System von einem letztendlich unantastbaren Idealismus getragen wird. Auch wenn einzelne Personen enttäuschten wurden sie stets vom System zur Strecke gebracht. Man denke etwa an Nixon und die Watergate-Affäre. Trump ist nicht der erste US-amerikanische Präsident, der lügt, dass sich die Balken biegen. Doch Nixon wurde noch von der Presse zu Fall gebracht. Weiterlesen